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Elektrokamin mit Thermostat und Timer: Was die Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1103 verlangt

Seit dem 1. Juli 2025 gilt für Elektrokamine mit Heizung die Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1103; die frühere Verordnung (EU) 2015/1188 ist aufgehoben. Sie verlangt einen Mindest-Jahresnutzungsgrad, in den die Regelung über Bonuswerte einfließt: Ein elektronisches Thermostat zählt mehr als ein mechanisches, ein Wochenprogramm noch mehr, Fenster-offen- und Anwesenheitserkennung bringen kleine Zuschläge. Einzeln vorgeschrieben ist keine dieser Funktionen. Dazu kommen Grenzen für den Standby-Verbrauch.

von der Redaktion aktualisiert am 28. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste vorab

Ja, ein Elektrokamin mit Heizung fällt als Einzelraumheizgerät unter die Verordnung (EU) 2024/1103, die seit 1. Juli 2025 gilt. Sie schreibt einen Mindest-Jahresnutzungsgrad vor: 44,7 % für ortsbewegliche, 47,5 % für ortsfeste Geräte über 250 W. Thermostat, Zeitprogramm und Fenster-offen-Erkennung erhöhen diesen Wert, sind aber nicht einzeln Pflicht. Standby: höchstens 0,50 W.

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Nahaufnahme eines Flammenbilds mit glühendem Glutbett hinter Glas (Symbolbild, KI-generiert)
Bild: KI-generiert (OpenAI)

Ein Thermostat ist das, was einen Elektrokamin vom einfachen Heizlüfter unterscheidet, der stur durchbläst. Er misst die Raumtemperatur und schaltet die Heizung ab, sobald es warm genug ist. Dass gute Regelung zählt, sieht auch die EU so: Die Ökodesign-Verordnung bewertet Elektroheizgeräte danach, wie gut sie ihre Wärme steuern. Hier steht, was die geltende Verordnung wirklich verlangt – nach dem Wortlaut im Amtsblatt, nicht nach dem Hörensagen.

Welche Verordnung gilt?

Für Einzelraumheizgeräte gilt seit dem 1. Juli 2025 die Verordnung (EU) 2024/1103 der Kommission vom 18. April 2024 (Artikel 11). Ihr Artikel 10 sagt knapp: Die Verordnung (EU) 2015/1188 wird mit Wirkung vom 1. Juli 2025 aufgehoben.

Das ist wichtig, weil viele Händlertexte, Ratgeber und auch KI-Antworten noch die alte Fassung zitieren. ChatGPT etwa stellte bei unserer Recherche am 28.10.2026 einen elektronischen Regler mit Wochentagsprogramm als zwingend dar und berief sich dabei auf die alte Regel. Nach der neuen Verordnung stimmt das so nicht.

Ein Elektrokamin mit Heizlüfter fällt darunter, denn er ist ein elektrisches Einzelraumheizgerät: Er wandelt Netzstrom direkt in Wärme um, um den Raum zu erwärmen, in dem er steht. Ausgenommen sind unter anderem Geräte, die ausschließlich für den Einsatz im Freien gedacht und deklariert sind (Artikel 1).

Ortsbeweglich oder ortsfest?

Die Verordnung unterscheidet, wie das Gerät aufgestellt wird. Das entscheidet über den Mindestwert.

Gerätetyp laut Anhang ITypischer ElektrokaminMindest-Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad
ortsbeweglich: mit Kabel und Stecker, von Raum zu Raum tragbar, nicht befestigtkleiner Ofen oder Standkamin zum Hinstellen44,7 %
ortsfest: zum Befestigen an Wand oder Boden ausgelegt, über 250 WWandkamin, Einbaukamin47,5 %

Ein ortsbewegliches Gerät, das Vorrichtungen zum Befestigen an Wand oder Boden hat, gilt laut Begriffsbestimmung als ortsfest. Das betrifft viele 3-in-1-Kamine mit Wandhalterung.

Für ortsbewegliche Geräte schreibt die Verordnung außerdem einen Satz vor, der auf dem Deckblatt der Anleitung, auf der Verpackung und auf der Website des Herstellers stehen muss: „Dieses Produkt ist nur für gut isolierte Räume oder gelegentliche Nutzung geeignet.“ Was das für die Frage nach der Hauptheizung bedeutet, steht unter Kann ein Elektrokamin die Hauptheizung ersetzen?.

Wie die Regelung in die Bewertung einfließt

Der Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad ist eine Rechengröße. In ihn fließen nach Anhang III Korrekturfaktoren für die Regelung ein. Je besser ein Gerät seine Wärme steuert, desto höher der Bonus. Die Tabelle zeigt die Werte für elektrische Geräte; von den Funktionen der ersten Gruppe zählt nur eine.

Regelung (Tabelle 10, Faktor F(2), nur eine Option)ortsbeweglichortsfest
eine Heizstufe, keine Temperaturkontrolle00
zwei oder mehr manuelle Stufen, keine Temperaturkontrolle0,0250
mechanisches Thermostat0,1000,025
elektronischer Raumtemperaturregler0,1600,050
elektronisch plus Tageszeitregelung0,1700,095
elektronisch plus Wochentagsregelung0,1900,150

Dazu kommen Zusatzfunktionen, die sich addieren (Tabelle 11, Faktor F(3)): Fenster-offen-Erkennung (0,005 ortsbeweglich, 0,020 ortsfest), Präsenzerkennung (0,005 / 0), adaptive Regelung des Heizbeginns (0,005 / 0,020), Fernbedienungsoption (0 / 0,020) und eine Regelgenauigkeit unter 2 Kelvin (0,020 / 0,020). Diese Funktionen müssen ab Werk aktiviert sein, damit sie zählen.

Was heißt das für dich? Die Verordnung schreibt keine einzelne Funktion vor. Sie verlangt den Mindestwert, und der Hersteller entscheidet, mit welcher Regelung er ihn erreicht. Bei ortsfesten Geräten zählt das Wochenprogramm dreimal so viel wie ein einfacher elektronischer Regler. Zwingend vorgeschrieben ist der Wochen-Timer trotzdem nicht. Eine Sonderregel gibt es für Geräte, die ganz ohne Regler verkauft werden: Sie dürfen ohne einen Regler überhaupt keine Wärme abgeben (Anhang II Nr. 1.4).

Standby: wie viel ein Kamin im Ruhezustand ziehen darf

Für Geräte mit Regler setzt Anhang II Nr. 3 feste Grenzen:

0,50 W
Aus-Zustand und Bereitschaft (seit 1. Juli 2025)
0,30 W
Aus-Zustand ab 9. Mai 2027
1,00 W
Bereitschaft mit Anzeige
2,00 / 3,00 W
vernetzter Bereitschaftsbetrieb (z. B. App)

Das Datenblatt des KAMINIO MARLON 36 nennt 0,56 W im Standby, ebenso die Anleitung der Baureihe. Wir nennen diesen Wert, bewerten ihn aber nicht, denn Mess- und Toleranzregeln stehen in eigenen Anhängen der Verordnung. In Euro geht es um wenig: 0,56 W über ein Jahr kosten bei 37,0 ct/kWh rund 1,82 €. Wie sich das in die Gesamtkosten einfügt, zeigt die Seite Stromverbrauch und Kosten.

Was Thermostat, Timer und Co. im Alltag bringen

  • Thermostat: Hält die eingestellte Temperatur. Beim KAMINIO MARLON lässt sie sich laut Anleitung von 16 bis 28 °C wählen. Die Heizung startet erst, wenn die Wunschtemperatur mindestens 2 °C über der Raumtemperatur liegt, und schaltet bei Erreichen ab.
  • Mechanisch oder elektronisch: Beide passen die Heizleistung automatisch an die gewünschte Innentemperatur an. Das mechanische Thermostat arbeitet nicht elektronisch, das elektronische schon. Die Verordnung bewertet das elektronische höher.
  • Ausschalt-Timer: Schaltet den Kamin nach einer gewählten Zeit ab, beim MARLON nach 1 bis 8 Stunden. Ideal für Abende, an denen du vor dem Feuer einschläfst.
  • Tages- oder Wochenprogramm: Heizt zu festen Zeiten. Sinnvoll, wenn der Kamin regelmäßig einen Raum vorwärmen soll.
  • Fenster-offen-Erkennung: Geht bei offenem Fenster oder offener Tür in den Frostschutz- oder Leerlaufbetrieb.
  • Präsenzerkennung: Senkt die Zieltemperatur, wenn niemand im Raum ist.
  • App und WLAN: Bequem, aber vernetzter Standby darf mehr Strom ziehen als der normale.

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Unsere Empfehlung

Ein flacher 107-cm-Kamin, der an die Wand, in die Wand oder auf den Boden kommt – mit zwei Heizstufen und Thermostat.

Warum hier: Thermostat 16–28 °C, Ausschalt-Timer und Fenster-offen-Erkennung sind hier nicht nur Werbung: Die Anleitung und das Datenblatt der Baureihe nennen sie ausdrücklich.

Ideal für: Alle, die sich beim Aufstellort nicht festlegen wollen oder eine Wand- bzw. Möbelnische planen.

  • Drei Montagearten: Wand, Einbau, frei stehend (Zubehör laut Anbieter dabei)
  • Zwei Heizstufen 900 / 1.800 W, Thermostat 16–28 °C, Timer
  • Fenster-offen-Erkennung und Überhitzungsschutz (laut Baureihen-Datenblatt)
  • Nur 11,9 cm tief – passt flach an die Wand
  • Laut Anleitung nur als ergänzende Wärmequelle gedacht und nur direkt an der Wandsteckdose zu betreiben
  • 107 cm breit: braucht eine große freie Wandfläche
  • Kein Ambientelicht (laut Anbieter)
Bauform
Wand, Einbau oder Stand (3-in-1)
Heizleistung
900 / 1.800 W
Regelung
Thermostat 16–28 °C, Timer, Fenster-offen-Erkennung
Flammenbild
LED, 12 Flammenfarben; 7,56 W (Anleitung, Größe 42)
Maße
B 107 × H 46,6 × T 11,9 cm (laut Anbieter)
Standby
0,56 W (Datenblatt Baureihe)

So prüfst du die Regelung vor dem Kauf

Die Verordnung verlangt, dass Anleitung und Hersteller-Website eine Informationstabelle enthalten. Darin steht für jede Regelungsart „Ja“ oder „Nein“, dazu Nennwärmeleistung und Standby-Verbrauch. Die MARLON-Anleitung enthält so eine Tabelle unter „Art der Wärmeabgabe/Raumtemperaturregelung“. Fehlen diese Angaben im Angebot, frag beim Händler nach der Anleitung.

Ein Beispiel für den Unterschied: Beim Tronitechnik-Kamin mit Panorama-Sichtfenster nennt der Anbieter ein manuelles Thermostat; einen Timer oder eine Fenster-offen-Erkennung gibt er nicht an. Ob das für dich reicht, hängt davon ab, wie du den Kamin nutzt. Mehr zu diesem Gerät steht auf der Seite Panorama-Elektrokamin, Wandmodelle mit Timer zeigt die Seite Elektrokamin für die Wand.

Ersatzteile und Reparatur

Die Verordnung enthält auch Regeln zur Reparatur. Für Modelle, die ab dem 1. Juli 2025 in Verkehr kommen, müssen Hersteller fachlich kompetenten Reparateuren Ersatzteile bereitstellen, bei ortsbeweglichen Elektroheizgeräten unter anderem Regler, Thermostat, Lüftermotor, Leiterplatten, Schalter und Fernbedienungssensoren. Die Pflicht endet frühestens zehn Jahre, nachdem das letzte Exemplar eines Modells in Verkehr gebracht wurde. Das richtet sich an Werkstätten, nicht direkt an Privatleute – zeigt aber, dass ein defekter Regler kein Grund für einen Neukauf sein muss.

Alle Empfehlungen mit belegter Regelung findest du auf der Startseite, wie wir Herstellerangaben prüfen, steht unter So wählen wir aus.

Fragen rund um den Elektrokamin

Muss ein Elektrokamin mit Heizung die Ökodesign-Verordnung erfüllen?

Ja. Ein Elektrokamin mit Heizlüfter ist ein elektrisches Einzelraumheizgerät im Sinne der Verordnung (EU) 2024/1103. Seit dem 1. Juli 2025 muss jedes neu in Verkehr gebrachte Gerät deren Anforderungen erfüllen: Mindest-Jahresnutzungsgrad, Standby-Grenzen, Produktinformationen und Ersatzteile. Ausgenommen sind unter anderem Geräte, die ausschließlich für draußen gedacht sind.

Gilt die Ökodesign-Verordnung 2015/1188 noch?

Nein. Artikel 10 der Verordnung (EU) 2024/1103 hebt die Verordnung (EU) 2015/1188 mit Wirkung vom 1. Juli 2025 auf. Seitdem gilt nur noch die neue Verordnung. Viele Ratgeber, Händlertexte und KI-Antworten zitieren trotzdem noch die alte Fassung. Achte beim Lesen auf das Datum.

Brauche ich einen Elektrokamin mit Wochen-Timer?

Nicht wegen des Gesetzes. Die Verordnung rechnet ein Wochenprogramm als Bonus an, sie verlangt es nicht für sich allein. Praktisch ist ein Timer trotzdem: Ein Ausschalt-Timer verhindert, dass der Kamin nach dem Einschlafen weiterheizt, ein Wochenprogramm wärmt den Raum zu festen Zeiten vor. Für einzelne Abende reicht meist ein Thermostat mit Ausschalt-Timer.

Wie viel Standby-Verbrauch ist bei einem Elektrokamin erlaubt?

Laut Anhang II der Verordnung (EU) 2024/1103 höchstens 0,50 W im Aus-Zustand und im Bereitschaftszustand, ab dem 9. Mai 2027 im Aus-Zustand höchstens 0,30 W. Zeigt das Gerät im Bereitschaftszustand etwas an, sind bis 1,00 W erlaubt, bei vernetztem Bereitschaftsbetrieb 2,00 W bzw. 3,00 W.

Was bringt die Fenster-offen-Erkennung?

Laut Verordnung (EU) 2024/1103 schaltet sie bei geöffnetem Fenster oder geöffneter Tür in den Frostschutzmodus oder senkt den Verbrauch auf den Leerlauf. So heizt der Kamin nicht gegen das offene Fenster an. In der Ökodesign-Berechnung zählt sie als kleiner Bonus. Ob ein Gerät sie hat, steht in der Informationstabelle der Anleitung.

Quellen

Weiterlesen am Kamin

Wer hier schreibt

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